Zeltpflege

Zeltpflege – Ratgeber zur Pflege des Zeltes

Dein Zelt ist dein 2. Zuhause in den Weiten der Welt da draußen. Achte auf dein Zelt und pflege es wie dich selbst. Da starke Beanspruchung im Outdoor-Bereich auch bei Zelten seine Spuren zeigt, geben wir in unserem Ratgeber Tipps zur Zeltpflege und Wartung Ihres Zeltes. Damit Sie auch noch nach Jahren viel Spaß mit Ihrem Zelt haben. Kurz gesagt, wer sein Zelt sauber hält, luftig und trocken aufbewahrt, hat schon gute Karten das Zelt eine lange Zeit benutzen zu können. Was darüber hinausgeht, erfahren Sie auf dieser Seite.

Die Pflege des Zeltes vor einer Tour

Bauen Sie Ihr Zelt vor jeder Tour komplett auf und überprüfen Sie die Nähte, Reißverschlüsse, Boden- und Außenwände, Heringe und Abspannleinen auf Defekte und Vollständigkeit. Falls Reparaturen nötig sind, bitte mit einem Nahtdichter die undichten Stellen behandeln. Gerade bei silikonbeschichtetem Gewebe und Nähten kann dies von Nöten sein, da dieses Material nicht durch eine Nahtversiegelung mittels einem Tape-Band durchgeführt werden kann. Kreuzungsstellen von mehreren zulaufenden Nähten sollten Sie unbedingt verstärkter abdichten. Stark verbogene Stangen sollten ausgetauscht und ersetzt werden, damit sie nicht bei Ihrer Tour ggf. brechen. Die Betonung der Verbiegung liegt auf stark, da jegliche Stange in Gebrauch eine gewisse Krümmung durch die Benutzung bekommt.

Falls Sie Risse oder gar Löcher an Ihrem Zelt entdecken, können Sie dies mit einem Repair-Tape flicken. Eine Ausnahme bilden hier silikonbeschichtete Zelte. Bitte achten Sie bei Reparaturen am Außenzelt darauf, diese von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen, da Reparaturen in Bereichen die unter einer großen Spannung stehen, speziell repariert werden müssen.

Während der Tour das Zelt pflegen

Zeltplatz bzw. Lagerplatz gut auswählen

Lagerplatz

Bitte wählen Sie Ihren Lagerplatz mit Bedacht. Ein Lagerplatz sollte immer eine ebene Fläche sein. Spitze verdorrte Äste oder Steine innerhalb der Zeltfläche sollten immer entfernt werden, auch wenn Sie eine Zeltunterlage verwenden. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihr Zelt nicht direkt unter einem Baum aufschlagen, denn dieser kann bei Gewitter große Äste auf Ihr Zelt abwerfen. Des Weiteren kann herabtropfendes Harz durch eine chemische Reaktion das Außenzelt beschädigen. Denn die Pflege des Zeltes fängt schon bei der Auswahl des Lagerplatzes an.

Zeltunterlage zum Schutz des Zeltbodens

Zeltunterlage

Benutzen Sie immer eine Zeltunterlage für den Zeltboden. Diese versorgt Sie mit einem zusätzlichen Schutz bei sehr nassem Untergrund und pflegt natürlich den eigentlichen Zeltboden. Des Weiteren schützt die Zeltunterlage Ihren Zeltboden vor Schmutz und Löchern. Zeltunterlagen sind nur ein paar hundert Gramm schwer und gehören bei längeren Touren in Ihren Rucksack. Bedenken Sie, eine Zeltunterlage zu ersetzen ist viel günstiger als einen Zeltboden zu reparieren, da auch eine gute Reparatur nie wieder den ursprünglichen Schutz bieten kann.

Zeltstangen und Zeltgestänge

Gestängebögen & Zeltstangen

Gestängebögen sollten beim Aufbau und Abbau in die dafür vorgesehenen Kanäle geschoben werden. Bitte nicht beim Abbau des Zeltes die Gestängebögen durch die Kanäle durch ziehen entfernen, da Beschädigungen am Zelt und an den Gummischnüren der Gestänge entstehen können.

Abspannleinen zum sichern des Zeltes

Abspannleinen

Abspannleinen sollten auf ein vernünftiges Maß gekürzt werden um ein verheddern im Packbeutel zu verhindern. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass durch die Kürzung natürlich auch Gewicht eingespart werden kann.

Zeltnägel
Zeltheringe für gewöhnlichen Boden

Zeltheringe

Zeltheringe unterscheiden sich durch die folgenden Eigenschaften: Die Form, das Material und die Heringslänge. Nehmen Sie auf Ihre Tour verschiedene Arten von Zeltheringen mit, da Sie nie wissen können auf welche Bodenbeschaffenheit sie stoßen. Die gängigen und meist auch dem Zelt beiliegenden Zeltheringe sind für normalen Wiesenboden bzw. Waldboden passend. Also alle Böden die weich oder erdig sind. Des Weiteren gibt es Zeltheringe, die für Steinboden und harte Böden geeignet sind. Diese Heringe sind eigentlich stabile Zeltnägel, auch Rockpins genannt, die mit einem Hammer in Lücken im Fels oder in Spalten geschlagen werden.

Schlagen Sie Zeltheringe niemals mit roher Gewalt in den Boden, da auch diese sich verformen oder gar brechen können. Mit einem kleinen Heringshammer können Sie sich dabei einige Arbeit erleichtern, statt mit dem Fuß oder herumliegenden Steinen als Werkzeugen zu arbeiten. Zeltheringe sollten in einem Winkel von 45° in den Boden geschlagen werden, damit eine größtmögliche Stabilität des Herings und letztendlich Ihrer Zeltabspannung gewährleistet ist. Falls sich ein Hering nicht an der bevorzugten Stelle in den Boden einbringen lässt, dann versuchen Sie es noch ein paarmal um diese Stelle herum. Oftmals sind es nur größere Steine die im Erdboden das Eindringen des Herings verhindern. Haben Sie hierbei auch keinen Erfolg erzielen können, schlagen Sie den Hering in einer weiteren Entfernung in den Boden und verlängern einfach die Abspannschnur.

Schützen Sie Ihr Zelt indem Sie Ihre Zeltheringe entweder in dem mitgelieferten Packbeutel verstauen oder sich einen günstigen Beutel aus dem Internet bestellen. Denn Zeltheringe können sehr schnell ein Loch verursachen oder das Zeltgewebe beschädigen. Lassen Sie also nicht die Heringe einfach im Zeltpacksack herumfliegen.

Zelt bei Schlechtwetter zusätzlich absichern
Zelt bei Gewitter und Sturm zusätzlich absichern

Bei Sturm oder aufziehendem Gewitter

Braut sich ein Gewitter zusammen oder könnte es möglich sein, dass über Nacht ein solches auftritt, sollten Sie die folgenden Tipps berücksichtigen.

Spannen Sie Ihr Zelt, auch bei nicht auftretendem Gewitter, mit zusätzlichen Abspannleinen und Heringen ab. Oftmals liegen dem Zelt nicht für alle am Zelt vorhandenen Ösen Leinen und Heringe bei. Dies sollte aber kein Problem darstellen, da diese schon in guter Qualität für wenige Euro zu kaufen sind. Achten Sie aber darauf, die Abspannleinen nicht zu straff zu ziehen, da bei der Zugbelastung die Nähte sonst um ein mehrfaches belastet werden. Im schlimmsten Fall reißt ein Befestigungspunkt aus oder gar eine Zeltnaht. Vermeiden Sie deshalb immer rohe Gewalt. Auch beim Zeltaufbau liegt in der Ruhe die Kraft.

Bei schon auftretendem Wind und leichtem Sturm empfiehlt es sich, bevor die Gestängebögen eingesetzt werden, das Zelt mit Heringen am Boden vorab zu befestigen. Dies erleichtert den Aufbau in stürmischen Zeiten um ein Vielfaches.

Lassen Sie nichts aus dem Rucksack liegen oder den Packstack für die Gestänge / Heringe, denn diese herumliegenden Sachen können sehr schnell im Wind verloren gehen.

Nach der Tour – Lagerung des Zeltes

Schmutz und Verunreinigungen des Zeltes können mit einem weichen Schwamm und wenig Druck mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden. Bitte keinesfalls einen Scheuerschwamm einsetzen und mit viel Druck auf das Gewebe einwirken. Solch eine Herangehensweise beschädigt das Gewebe. Hartnäckiger Schmutz kann mit einem speziellen Reinigungsmittel abgewaschen werden. Bitte setzen sie keine scharfen Reinigungsmittel ein, da dies auch zu Beeinträchtigungen führen kann. Ein Zelt gehört auch nicht in eine Waschmaschine. Tipp: Reißverschlüsse können Sie mit einer alten Zahnbürste abbürsten.

Grundsätzlich sollte ein Zelt nach jeder Tour auf Schäden überprüft werden und eventuelle Schäden  am besten sofort repariert werden. So wissen Sie immer, dass Ihr Zelt in einwandfreiem Zustand ist und einer spontanen Tour nichts im Wege steht.

Verpacken Sie das Zelt nur im komplett getrockneten Zustand (mind. 24 Stunden Trocknungszeit). Nur so können Sie Schimmel, Stockflecken, Geruch und Verfärbungen vorbeugen. Sie sollten es sich also zur Gewohnheit machen das Zelt nach einer Tour ordentlich durchzulüften. Einfach über die Wäscheleine hängen und schön auslüften lassen. Wenn Sie all diese Tipps zur Pflege Ihres Zeltes vor, während und nach der Tour beherzigen, haben Sie lange Freude an Ihrem Zelt.